Als Mensch einer Gesellschaft, wie es jeder von uns ist, sind wir gewohnt uns an Regeln und Abläufe auszurichten.Für ein sozialverträgliches Miteinander, ist das auch nötig. Nicht immer handeln wir dabei aber konform mit unseren eigenen Werten, Wünschen und Bedürfnissen. Wenn dieser Zustand dann überhand nimmt, kann sich unser persönlicher Spielraum einschränken. Wollen wir dies ändern, benötigt es einen wachen Geist und Mut auch ab und an gegen den Strom zu schwimmen.

Jeder Einzelne von uns orientiert sich seit seiner Kindheit an Normen und Regeln. Zuerst waren da unsere Eltern, die dafür sorgten, dass wir zu einem angepassten Mitglied unserer Gesellschaft wurden. Ganz nach ihrer Sichtweise. Danach folgten Kindergarten, Schule, Ausbildung oder Studium.  Auch unsere Kultur und Religion, wie auch unsere Regierung spielen eine Rolle. Ein Leben ohne Reglementierungen haben wir nie erfahren.

Um dieser Richtung folgen zu können, ohne beständig zu hinterfragen oder gar in Frage zu stellen, hat der Mensch einen Mechanismus entwickelt – die Verdrängung. Die Verdrängung nicht ertragbarer Bewusstseinsinhalte und Erfahrungen ins Unbewusste. Verdrängung dient damit unserem Selbsterhaltungstrieb. Er lässt uns manch ungute Gefühle nicht näher hinterfragen. Schützt uns vor Ausgrenzung und Ablehnung.

Was wir für Wirklichkeit halten ist somit nur ein Bruchteil der tatsächlichen Realität. Unsere Sinne werden permanent auf Hirnebene kontrolliert und unsere Wahrnehmungen gefiltert. Wir sind demnach erst einmal nicht in der Lage etwas anderes zu sehen, als das, was wir gelernt haben und als richtig und real anerkennen. Wir erhalten dadurch nur ein sehr stark zensiertes Bild der Wirklichkeit. Und daran orientieren wir uns in unserem Denken und Handeln. Richten unsere Leben danach aus.

Das Leben eines Menschen, ist das Spiegelbild seiner eigenen Wertvorstellungen

Möchten Sie Ihren Spielraum erweitern, sollten Sie sich dessen bewusst sein. Verstehen, das es gerade nur “Ihre Meinung” ist oder eben für diesen Moment, nur “Ihre eigne Sichtweise”, die Sie für richtig halten. Ein anderer Mensch könnte diese eine Situation ja auch ganz anders bewerten.

Nehmen Sie in Zukunft ganz konkrete Situation in Ihrem Alltag und treten Sie einen Moment bei Seite um Ihre gewohnte Einstellung, Meinung oder Vorgehensweise einmal zu hinterfragen. Um solche Situationen rechtzeitig zu erkennen, helfen für den Anfang ganz bestimmte Wörter, wie zum Beispiel:

  • Du musst….
  • Du solltest…
  • Du bist…

Ihre Reaktion darauf, könnte wie folgt ausfallen:

1.) Wahrnehmung der Situation

2.) Innerlich bei Seite treten – Distanz schaffen

3.) Gegenfragen stellen:

  • Muss ich wirklich? Wieso?, Für wen?
  •  Weshalb sollte ich? Wer hätte etwas davon? Was wäre mein Gewinn? Was der der Anderen?
  • Bin ich das? Wer bin ich noch? Wer tatsächlich? Wer wäre ich gerne?

Sie werden damit auf spielerische Weise, eine Distanz zu Ihrer gewohnten Handlung aufbauen. Sich davon lösen, es allen, allem und jedem jetzt, gleich und sofort recht machen zu müssen. Ihr Spielraum erweitert sich durch diese aktive Selbstführung und lässt Stress reduzieren.

Welche Bindungen aus Ihrem Alltag, fallen Ihnen ein? Schreiben Sie mir in den Kommentaren!