Diabetes ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Tatsächlich aber hat sie wenig mit einem zu hohen Konsum von Zucker und Süßigkeiten zu tun. Vielmehr ist der Diabetes Typ 2 eine Überlebensstrategie unseres Körpers und sollte als solches auch behandelt werden. Wenn das geschieht, ist auch ein Typ 2 Diabetes heilbar!

Zunächst müssen wir unterscheiden zwischen einem angeborenen Typ 1 Diabetes und der erworbenen Form des Typ 2 Diabetes, der früher einmal Altersdiabetes genannt wurde. Daher, weil ältere Menschen ihn bekommen hatten. Das lag an der steigenden Lebenserwartung mit zunehmender natürlicher Erschöpfung aller Systeme und der besseren Ernährungssituationen für die Nachkriegsgeneration. Im folgenden Artikel beschäftigen wir uns jedoch mit dem Typ 2 Diabetes.

Basics

Diabetes hat damit zu tun, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin produziert bzw. das Insulin nicht mehr an den Zielzellen andocken kann, um den mit der Nahrung zugeführten Zucker in die Körperzellen zu transportieren. Infolgedessen, steigt der Zuckerspiegel im Blut an und entfaltet dort und an allen Stellen, wo er hin transportiert wird, schädliche Auswirkungen. So zum Beispiel Wundheilungsstörungen, Augenschäden, Nervenschäden, etc. …
Nun lautet die Empfehlung logischerweise die Zufuhr von Zucker mit der Nahrung zu reduzieren, sich mehr zu bewegen und je nach Stadium der Erkrankung Insulin in Medikamentenform sehr penibel zuzuführen. Soweit ist das auch alles korrekt, jedoch nicht zur Heilung, sondern zur oberflächlich – symptomatischen Behandlung geeignet.

Überlebensstrategie

Betrachten wir den Diabetes einmal anhand eines Beispiels:

Nehmen wir an, wir hätten ein Kriegsfeld (irgendeine Region wie Blutgefäße, Zahnwurzeln, massives Fettgewebe, etc. im Körper) mit ein paar wenigen Soldaten (Abwehrzellen unseres Immunsystems) darauf, die kämpfen (Entzündungsreaktion) und ihr Land (Körper) verteidigen. Diese Soldaten müssen versorgt werden. Das bedeutet, Verletzte müssen abtransportiert werden, sie benötigen Essen, Waffen, etc. (Energie in Form von Zucker). Damit die Versorgung gewährleistet ist, wird die Regierung (Gehirn) eine strategische Energieverteilung vornehmen. Sie wird dafür sorgen, dass die Soldaten im Gegensatz zur Bevölkerung des restlichen Landes optimal versorgt werden.

Das bedeutet, die Bevölkerung wie Muskulatur, Schilddrüse, bestimmte Teile des Gehirns, etc. erhalten nur noch so viel Energie in Form von Zucker wie nötig. Das nennt man Insulinresistenz und damit Diabetes! Dieser Fall tritt schon bei einer einfachen Grippe ein. Man fühlt sich abgeschlagen, müde, unmotiviert, schwach, friert, etc. Der Körper fährt unnötige Systeme auf ein Minimum an Aktivität herunter, um auf dem Kriegsfeld (Beispiel Grippe: Lunge, Nasennebenhöhlen) für eine optimale Energieversorgung der Abwehrzellen zu sorgen. Diese Energieverteilung hält nur kurz an, dann ist der Grippeerreger beseitigt und in kürzester Zeit erhalten alle Systeme wieder ihren Energieanteil der ihnen für ihre reguläre Funktion zusteht. Die Soldaten kämpfen nicht mehr und benötigen jetzt weniger.

Manchmal können aber solche Kämpfe aus verschiedenen Gründen chronisch werden und damit andauern. Das kann Monate, bis Jahre dauern, ohne dass der Betroffene das wirklich wahrnimmt und versteht. Diese Entzündungen sind dann nicht auffällig, wie ein dickes Knie oder eine heftige Grippe. Sie schwelen eher im Hintergrund und zeigen sich untypisch. Sind aber über eine geschickte Befragung und Labordiagnostik zuverlässig zu identifizieren. Stellen Sie sich also vor, ein solcher Versorgungsbedarf besteht dauerhaft und die Regierung verlagert zugunsten der Soldaten dauerhaft die Energie. Dann wird aus einer kurzfristigen Insulinresistenz ein handfester Diabetes. Denn das Gehirn fordert immer mehr Energie in Form von Zucker für die Abwehrzellen an als tatsächlich gebraucht wird – eine Sicherheitsreserve sozusagen. Unser Körper kennt nämlich keine chronischen Entzündungen. Er kennt nur akut und heftig reagieren. Er kann mit der unbekannten Situation nicht umgehen und geht daher auf Nummer sicher. Aber der ständig freie überschüssige Zucker schädigt dann wiederum andere Gewebe und die Kaskade läuft weiter.

Wundern Sie sich dann noch über steigendes Gewicht (zu viel Zucker wird als Reserve in Form von Fett gespeichert), Motivationsprobleme und mangelnde Aktivität (wozu motivieren und bewegen – Ruhe ist angesagt um Kraft zu sparen), etc. ?Diabetes ist schlicht ein Überlebensmechanismus. Die Ratschläge sind hier wirklich Schläge, denn ein Diabetiker kämpft mit viel Willenskraft gegen seinen herabregulierten Stoffwechsel, seine fehlende Motivation usw.

Das Übel an der Wurzel packen

Eine tatsächliche Lösung muss am jeweiligen Kriegsfeld ansetzen und die Strategien unseres Körpers unterstützen. Dann hört die Insulinresistenz auf und die Bauchspeicheldrüse nimmt allmählich ihre Arbeit auf. Infolgedessen fährt der Stoffwechsel wieder auf Hochtouren, die Motivation für Bewegung und Muskelaktivität wird freigesetzt, Muskelzellen erhalten wieder Brennstoff usw.

Dies ist ein Prozess und er erfordert viel Engagement und gute Strategien. Aber er lohnt sich, denn es steckt viel Lebensqualität vor dem Diabetes!