Als Mensch reduzieren wir uns nicht selten auf Funktionen, die wir in unserem Alltag erfüllen und Symbole, die wir besitzen. Wer aber sind wir, wenn wir einfach nur sein können? Frei von Status und unabhängig von unseren Mitmenschen? Welche Rolle(n) würden wir einnehmen?

Jeder Mensch hat einen Spielraum, in dem er geboren wird. Das bedeutet, jeder von uns kann mehr oder weniger frei entscheiden was er, auf welche Art, wann tut. Wie groß dieser Spielraum ist, entscheidet sich zwar durch gesellschaftliche Einflüsse wie Politik und Kultur. Jedoch auch maßgeblich durch unsere Einstellung und Erwartung. Die nackte Wahrheit ist, wir machen uns zu dem Menschen, der wir sein wollen.
Wie nehmen bestimmte Rollen an, weil es die Gesellschaftsform in der wir leben von uns erwartet. Weil unsere Kultur die wir erlernt haben uns geprägt hat. Aber letztlich eben auch, weil wir uns bestimmten Rollen verschreiben. Aus meiner 17-jährigen Erfahrung in der praktischen Arbeit mit Menschen, erfüllen wir bestimmte Rollen auf eine ganz bestimmte Art, weil wir uns davon etwas erhoffen. Reduzieren wir das, könnte man sagen es geht um einen Mehrwert für uns. Es bietet uns einen Vorteil irgendeiner Art und Weise. Manchmal könnten wir uns nach einer Weile von einer Rolle lösen, tun es aber nicht. Vielleicht weil wir nicht bemerkt haben, dass diese Rolle nun so nicht mehr gebraucht wird. Oder, weil wir immer noch auf den ausbleibenden Mehrwert warten. Möglicherweise auch, weil wir selbst denken diese Rolle erfüllen zu müssen. Hierüber kann man sich den Kopf zerbrechen. Das hilft uns aber nicht weiter.

Wir brauchen eine klare Frage!

  1. Ich lade Sie einmal zu einem kleinen Experiment ein. Sie benötigen dazu lediglich ein aktuelles Foto von Ihnen. Ein gerade, ganz neutral aufgenommenes Bild mit dem Mobiltelefon reicht völlig aus. Alternativ könnten Sie auch einen Spiegel verwenden. Nehmen Sie sich einmal fünf Minuten Zeit. Keine Ablenkung durch die Sperrfunktion des Telefons oder andere Menschen. Betrachten Sie Ihr Bild aus etwas Entfernung und nähern Sie sich ihm langsam in Ihrer eigenen Geschwindigkeit. Lassen Sie das Bild einfach wirken!
  2. Nach wenigen  Minuten fragen Sie sich selbst: Was fällt mir auf? Wie wirke ich auf mich? Was spüre ich?
  3. Stellen Sie sich dann folgende Frage:
    Wer bist du, wenn du einfach nur sein kannst? Lassen Sie diese Frage einmal wirken. Sie müssen sie auch nicht sofort verstehen oder eine Antwort parat haben.

Wer sind Sie ohne all die vermeintlichen Aufgaben die Ihnen durch andere gestellt werden? Ohne diese scheinbaren Erwartungen? Was würden Sie dann tun? Ich kann mir vorstellen wie jetzt Gefühle entstehen die in alle Richtungen pendeln. Vielleicht passiert aber auch überhaupt nichts. Alles darf sein. Denn es geht nur um Sie! Um Sie ganz allein.

In der Überschrift hieß es: DU BIST MEHR ALS DU DENKST, ER-INNERE DICH! Wenn wir unser (Spiegel-)Bild betrachten und uns darauf einlassen, dann gerät das Denken in den Hintergrund und wir nehmen über wesentlich mehr als nur den Verstand war, wer wir wirklich sind.
Die Beschäftigung mit dieser Übung, wird etwas mit Ihnen machen. Ihr Unterbewusstsein wird in Bewegung gehen und Ihr Spielraum wird sich verändern. Hätten Sie das nicht gewollt, hätten Sie diesen Artikel sicher nicht gefunden, begonnen zu lesen oder hätten ihn nicht zu Ende gelesen. Sicher haben Sie aber heute nicht gezielt nach diesen Informationen gesucht. Ihr Unterbewusstsein, nennen wir es System hat Sie aufmerksam dafür gemacht, das hier etwas für Sie zu finden sein könnte. Vertrauen Sie in Ihr System und damit Ihre Intuition.

Im Rahmen einer fantastischen Ausstellung mit dem Namen Brahman in Berlin durfte ich dieses Erlebnis selbst erfahren. Wie wirkt ein Mensch auf uns, wenn wir nur sein Gesicht erleben? Wenn alle anderen Reize auf ein Minimum reduziert sind und wir uns Zeit nehmen. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber wir sind tatsächlich mehr als wir denken!

Werden Sie wieder Gestalter Ihres eigenen Spielraums!