Auf allen Ebenen wird er gemieden. Gemeint ist der momentane Übeltäter schlechthin – der Zucker! Gerade jetzt, nach den Feiertagen möchten viele wieder Gewicht verlieren, etwas für Ihre Figur, Fitness und Gesundheit tun. Nachdem es früher einmal das “böse” Fett war, das angeblich die Arterien verkalkte und sich um Bauch und Hüfte setzte, ist heute Zucker das schlechteste was wir uns einverleiben können. So heißt es jedenfalls. Schauen wir einmal genauer hin.

Der pro Kopf verbrauch von Zucker in Deutschland schwankt seit Aufzeichnungen zwischen 1950/51 und 2012/13 zwischen 30Kg und 37Kg Weißzucker pro Jahr. Viele Menschen versuchen Ihren Zuckerkonsum durch radikales weglassen zu reduzieren. Meist jedoch nur kurzfristig erfolgreich. Warum ist das so? Stellen wir einmal die Hypothese auf, das unsere Gesellschaft nicht mehr die gesündeste ist. Fast jeder hat irgendwelche kleineren oder größeren Leiden. Das können Allergien, Bluthochdruck oder ähnliches sein. Hinzu kommt Stress. Aber nicht der Stress, für den unser Organismus ausgelegt ist. Das ist nämlich kurzzeitige Anspannung um zu flüchten oder zu kämpfen. Stattdessen haben wir jahrelangen Stress im Beruf, zahlen 20 Jahre lang unsere Immobilie ab oder leiden ein Leben lang am Mangel sozialer Kontakte oder Anpassungsdruck gegenüber unserem Umfeld. All das sorgt für eine dauerhafte Aktivierung unseres Abwehrsystems. Unser Körper denkt er müsse dauerhaft kämpfen oder flüchten.

Egoismus = Überleben

Unser Organismus ist in dieser Situation einzig und allein darauf bestrebt zu überleben. Unser Gehirn fordert nun aufgrund der höheren Nervenzellaktivität zum verarbeiten der notwendigen Kampf – und Fluchtstrategien Glukose an. Glukose nennt man Kohlenhydrate die sich frei Blut befinden. Und davon benötigt es in einer solchen chronisch kranken und gestressten Situation sehr viel. Ein Weltklasse Schachspieler, verbraucht während eines einzigen Schachturniers, welches erhebliche Hirnaktivität über viele Stunden mit sich bringt, bis zu 11.000 Kilokalorien Energie!! Damit das Gehirn nun sicherstellen kann, dass es seine Glukose erhält, sorgt es dafür, dass sein Träger beständig mehr Nahrung zu sich nimmt. Und zwar sogar mehr als in dieser Situation überhaupt nötig wäre. Es geht auf Nummer sicher.

Gleichzeitig sorgt es für seinen eigenen Nachschub, in dem es andere Körpersysteme auf Sparflamme herunter fährt. So wird jemand mit Dauerstress und latent chronischen Entzündungen wenig Antrieb haben, weniger sexuell aktiv sein, weniger Muskelmasse besitzen, etc. Man nennt unsere Steuerzentrale deshalb auch Selfish Brain (egoistisches Gehirn).

Unser Immunsystem ist ebenfalls egoistisch. Zur Energieversorgung unserer chronisch aktiven Abwehrzellen, benötigen wir nämlich ebenfalls Glucose. Und zwar auch hier wieder in rauen Mengen! Bevor unser Körper also Energie verschwendet oder auslässt, sorgt er dafür, dass die Funktion seiner Abwehr gesichert ist und fährt andere Systeme zugunsten sich selbst, auf Sparflamme.

Unser Stoffwechsel, also die Verarbeitung von Nahrung in Energie, ist ebenfalls egoistisch. Bevor der Stoffwechsel auf Hochtouren läuft und damit unnötig Energie für z.B. eine gleichbleibende Körpertemperatur verbrennt und Fettpolster schmelzen lässt, fährt er auf Sparflamme herunter. Schließlich weiss er ja nicht, wann das ursächliche Kampf-Flucht-Szenario beendet ist. Da ist es schon besser, mit seiner Energie hauszuhalten.

 

Perverse Lösung

Alle drei Ebenen, haben also das Bestreben mit ihrem Egoismus unseren Körper vor Gefahr eines energetischen Mangels zu schützen. Dieser Mangel könnte also entstehen, Weill unser Körper mit chronischem Stress und/ oder chronisch latenten Entzündungsgeschehen beschäftigt ist.

Und was ist unsere Lösung des Problems? Wir nehmen unserem Körper, in dem wir Zucker vermeiden, seinen wichtigsten Brennstoff! Das sorgt dann für manchmal unangenehme Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Heißhunger, Krämpfe, Zittern und Unruhe, Aggressivität, Konzentrationsmangel, Antriebslosigkeit, Motivationsmangel, Leistungseinbußen etc. . Und da das Überleben Vorrang hat, halten wir das Vorhaben unseren Zuckerkonsum zu reduzieren auch nicht lange durch.

Die gute Lösung

Wäre es nicht sinnvoller, wir würden das Grundproblem wie chronischen Stress beheben. Zum Beispiel lernen mit belastenden Situationen anders umzugehen und Strategien entwickeln, wie wir solche Situationen lösen und vermeiden können? Wäre es nicht sinnvoller, wir würden unserem Körper helfen, chronische Entzündungen zu beseitigen und eine stabile Abwehr aufzubauen. Dazu sollten wir sogar Zucker essen, aber in einer Form, die auch Nährstoffe wie Vitamine und Mineralien, sekundäre Pflanzenstoffe etc. enthält. Das kann Wurzelgemüse sein oder auch Beerenobst und Südfrüchte die wichtige Zuckerarten enthalten. Dazu gute Fettsäuren und Bewegung die uns hilft natürliche Reize zu setzen wie z.B. barfuss gehen.

All das ist besser als Nudeln, Reis, Kartoffeln, Kuchen, Schokolade und Obstsäfte. Vor allem aber, nehmen wir unserem Körper nicht den Brennstoff für sein wichtigstes Notfall Programm, welches er in jedem Fall aufrecht erhalten will.

Wenn wir das Problem an der Wurzel angehen und das Gehirn, Immunsystem und Stoffwechsel wieder Energie für andere Systeme freigeben, dann bewegen wir uns automatisch mehr, der Stoffwechsel setzt keine Energie in Form von Fettreserven an und damit erreichen wir unser Ziel!